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Warum müssen wir zahlen?

In der digitalen Welt gibt es viele Apps, die Menschen mit Behinderungen helfen. Sie erleichtern den Alltag, zum Beispiel durch Sprachsteuerung, Navigation oder spezielle Zugänge. Doch oft gibt es ein Problem: Viele dieser Apps kosten Geld.

Menschen ohne Behinderung brauchen solche Apps meist nicht. Für sie sind sie ein Extra. Für Menschen mit Behinderung sind sie aber oft notwendig. Trotzdem müssen sie dafür bezahlen. Das ist ungerecht.


Eurokey: Warum kostet der Zugang zu Toiletten?

Der Eurokey ist ein Schlüssel, mit dem Rollstuhlfahrer und andere berechtigte Personen barrierefreie Toiletten in Europa nutzen können. Die Idee ist gut, aber es gibt ein Problem:

 • Der Schlüssel selbst ist kostenlos, aber man muss ihn beantragen und nachweisen, dass man ihn braucht.

 • Die App „easyklo Eurokey Österreich“ kostet Geld. Das bedeutet: Wer schnell eine barrierefreie Toilette sucht, muss für die digitale Lösung bezahlen.

Warum? Menschen ohne Behinderung können einfach öffentliche Toiletten nutzen. Rollstuhlfahrer*innen haben weniger Auswahl und müssen für eine Lösung bezahlen. Das ist unfair.


ChatGPT und digitale Assistenten: Luxus oder Notwendigkeit?

KI-Programme wie ChatGPT helfen vielen Menschen. Sie schreiben Texte, beantworten Fragen und erleichtern die Kommunikation. Für Menschen mit Behinderungen sind sie oft besonders wichtig:

 • Blinde oder sehbehinderte Menschen nutzen KI, um sich Texte vorlesen zu lassen.

 • Menschen mit Lernschwierigkeiten brauchen Hilfe beim Schreiben oder bei Anträgen.

 • Gehörlose oder Menschen mit Sprachbehinderung verwenden KI für bessere Verständigung.

Doch die erweiterte Version ChatGPT Plus kostet Geld. Für viele Menschen mit Behinderung wäre eine bessere KI sehr hilfreich. Aber sie müssen extra bezahlen. Sollte Barrierefreiheit nicht kostenlos oder günstiger sein?


Andere wichtige Apps – oft nicht kostenlos

Es gibt viele Apps, die Menschen mit Behinderungen helfen. Aber oft sind die besten Versionen kostenpflichtig.

1️⃣ Seeing AI (Microsoft): Diese App liest Texte vor und beschreibt Objekte. Sie ist kostenlos, aber nur für iPhones.

2️⃣ Voice Dream Reader: Liest Bücher und Webseiten vor. Sehr nützlich für Menschen mit Seh- oder Lernbehinderungen – aber kostenpflichtig.

3️⃣ AVA: Erstellt Live-Untertitel für Gehörlose. Es gibt eine kostenlose Version, aber die Vollversion kostet Geld.

4️⃣ Wheelmap: Zeigt, welche Orte rollstuhlgerecht sind. Kostenlos, aber auf Spenden angewiesen.

Das Problem ist immer das gleiche: Die Technologie ist da – aber sie kostet oft Geld.


Warum müssen Rollstuhlfahrer mehr zahlen?

Viele barrierefreie Lösungen gelten als „Sonderleistung“. Das ist falsch. Hier sind einige Beispiele:

 • Toiletten: Menschen ohne Behinderung nutzen jede Toilette. Rollstuhlfahrer brauchen den Eurokey – oft mit Zusatzkosten.

 • Computer und Internet: Menschen mit Sehbeeinträchtigung brauchen Screenreader-Software, die oft teuer ist. Andere lesen Websites einfach so.

 • Behörden und Kommunikation: Wer ohne Probleme sprechen kann, telefoniert einfach. Andere brauchen KI-Assistenz – die kostet Geld.

Das bedeutet: Barrierefreiheit kostet – aber nur für die Menschen, die sie brauchen.


Was muss sich ändern?

Damit alle Menschen barrierefreie Technik nutzen können, braucht es Veränderungen:

1️⃣ Barrierefreie Apps sollten kostenlos oder günstiger sein.
Wer auf Eurokey, ChatGPT oder Assistenz-Apps angewiesen ist, sollte nicht extra zahlen müssen.

2️⃣ Barrierefreiheit muss von Anfang an eingeplant werden.
Öffentliche Toiletten, Websites oder Apps sollten von Beginn an für alle zugänglich sein.

3️⃣ Barrierefreiheit ist kein Luxus!
Menschen mit Behinderungen sollten nicht mehr bezahlen müssen als andere.



Fazit: Fairer Zugang für alle!

Niemand sollte für seine Grundbedürfnisse zahlen müssen, nur weil er oder sie eine Behinderung hat.

Doch leider ist das oft die Realität: Rollstuhlfahrer*innen, Blinde und Gehörlose müssen für Barrierefreiheit zahlen. Menschen ohne Behinderung nicht.

Das muss sich ändern! Barrierefreiheit sollte nicht nur existieren – sie sollte für alle kostenlos oder erschwinglich sein.


Text: Daniela Schatz

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