Man trifft sich immer zweimal

Ich habe meine Lebensgefährtin in Wien beim Einsturz der Reichsbrücke 1976 kennen gelernt. Sie hatte ein schönes blaues Kleid mit Blumen an. Damals hatte sie noch kurze schwarze Haare.

Ich habe mich auf einen Pfosten gesetzt. Sie kam zu mir und sagte: „Geh runter, dass dir nichts passiert.“
Und danach sagte sie: „Ich möchte dich heiraten.“

Ihr Großvater sagte: „Du hast kein Geld und kein Geschirr. Wie willst du mit deinem Freund durchs Leben kommen?“

Sie sagte zu ihm: „Ich habe ja mein Puppengeschirr.“

Danach habe ich ihren Großvater nach ihrem Namen gefragt. Er sagte zu mir, sie heißt Helga H..

Danach haben wir uns für 23 Jahre aus den Augen verloren.

1999 haben wir in der Tagesstruktur Rueppgasse erfahren, dass wer zu uns in die Zeitungsgruppe kommen will, um zu schnuppern.

Ein paar Tage davor habe ich ein Horoskop gelesen und es meinen beiden Freunden Sepp H. und Gerhard Sch. erzählt. Sie haben mich beide ausgelacht und mich gefragt, ob ich das wirklich glaube.

Am nächsten Tag war es soweit: Sie kam zu uns.

In der Pause fragte ich sie, wie sie heißt.
Sie sagte: „Helga H.“ Ich fragte ein zweites Mal und lachte.
Sie fragte mich: „Was ist so lustig an meinen Namen?“

Sie hatte das blaue Kleid mit den Blumen an. Ihre Haare waren immer noch schwarz und länger.

Ich brachte kein Wort heraus.

Es war alles so, wie es im Horoskop stand. Mein Freund Sepp sagte zu ihr, dass ich schon 8 Jahre alleine bin. Aber er sagte auch: „Robert ist ein guter Mensch.“

Danach sagte sie: „Ich glaube, ich kenne dich.“

Wir kamen ins Gespräch und kamen drauf, dass wir uns von der Reichsbrücke kennen.

Wir sind jetzt schon lange zusammen und glücklich.

Robert Saugspier und seine Lebensgefährtin Helga H. hat der Zufall zusammengeführt. Nun sind sie seit vielen Jahren ein Paar.



Text: Robert Saugspier

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