Gruselei

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Mich gruselt es richtig vor Höhe, Rolltreppen, Alpträumen und Tornados (nicht aber aus der Ferne).

Auch bei hohen, nicht festen Brücken packt mich das Gruseln. Schon beim Hochschauen krieg‘ ich Angst. Ich werde unruhig dabei. Die Knie zittern.

In der Nacht geht es so mit Angst, aber manchmal verbinde ich sie mit der bösen Fee aus Dornröschen. Dann bin ich schon ängstlich. Draußen bin ich in der Nacht nur, wenn die Venus am Himmel zu sehen ist. Bei ihr habe ich ein sicheres Gefühl. Sie zeigt, in welche Richtung ich gehen oder laufen muss. Ich höre eine Stunde vor dem Einschlafen immer ein gutes Märchen. Das bringt mich wieder runter.  

Das Gruseln, das ich auch die Halbangst nenne, unterscheidet sich von der richtigen Angst. Beim Gruseln läuft einem ein Schauer über den Rücken. Wenn ich Höhenangst bekomme, zittert mein ganzer Körper, ich fasse aber schnell wieder Mut. Ich darf die Angst nicht gewinnen lassen. Sonst denkt jeder, dass die Johanna ein Feigling ist!

Manche Menschen lieben das Gruseln, mit Geistern und Untoten. Thriller sind besonders beliebt. Ein Thriller ist ein englischer Horrorfilm.

Ich mag keine Horrorfilme. Sie sind zu schaurig. Ich bekomme zu schnell Angst dabei.

Ich mag Geisterbahnen nur mittelmäßig. Die zum Gehen finde ich cool. Da kann ich nämlich ganz schnell raus.

Aber ich schreibe gerne Gruselkomödien, zum Beispiel, „Der untote Prinz Marco“.

Da geht es um einen Königssohn, der gestorben ist, aber gar nicht richtig tot sein kann. Das Lustige daran ist, dass er immer plötzlich auftaucht und seine Witwe Rapunzel erschreckt.

Ihr Satz ist immer: „Marco, hör auf, hau‘ ab, ich spiele jetzt nicht mit dir!“

Es macht ihm Spaß, anderen zu erschrecken. Denn es ist ein Fluch, dass er als Untoter leben muss, dass er nicht richtig gestorben ist. Weil er zu Lebenszeit andere Städte geplündert hatte. Er reitet auf einem schwarzen Pferd nachts durch die Stadt zum Schloss seines Vaters. Dieser weiß, dass sein Sohn als Untoter nachts leben muss. Er suchte deshalb eine gute Fee auf. Diese riet ihm, ihn in eine Seefestung zu sperren. Von einer Seeschlange bewacht, muss er nun in der Festung leben. Nur seine Ehefrau kann ihn erlösen.

Und so macht sich Rapunzel auf zur Seefestung. Das ist aber nur ein Teil der Gruselkomödie.


Text: Johanna Tappler

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