Online einkaufen

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Gerade in der Corona-Zeit kaufen viele Menschen im Internet ein, wenn sie kein Geschäft betreten wollen. Aber ist das wirklich so einfach? Margit Rainer und Hugo Zötsch berichten über Erfahrungen mit dem Internet.


Würdet ihr etwas im Internet bestellen?

Margit Rainer: Nein. Ich habe eine Figur, wo vieles nicht passt. Entweder ist mir die Kleidung zu lang oder zu eng am Bauch. Mein Bruder hat mir das Visier wegen der Corona-Zeit für mich im Internet bestellt. Wenn man nicht rausgehen kann, ist eine Internetbestellung sinnvoll. Aber wenn ich eh nicht rausgehen kann, brauche ich auch kein Visier. Ich bin bescheiden, ich habe eh alles.

Hugo Zötsch: Ja, warum nicht. Ich kenne das von meiner Mutter, die hat über einen Katalog bestellt, über den Universalversand. Zu Weihnachten, da kann ich mich erinnern. Für sich selber oder für uns Kinder Pullover und Spielsachen. Das Internetbestellen ist ja nichts Anderes, als das, was es eh schon immer gegeben hat. Nur ist es im Computer und nicht im Katalog bzw. nicht auf Papier.

Wo liegen die Schwierigkeiten beim Bestellen übers Internet?

Margit Rainer: Oft ist es so, dass der Computer wieder nicht funktioniert, dass man gar nicht zu der Bestellseite kommt. Ich habe auch im Katalog noch nie was bestellt. Ich habe einmal was probiert, aber nichts bekommen.

Hugo Zötsch: Ich tu mir überhaupt schwer beim Computer, weil Bilder und Schrift sehr
klein sind. Wahrscheinlich kann man die Schrift eh groß stellen. Aber es ist schwer für mich, weil ich schlecht sehe. Die Preise sind meist klein angeschrieben. Mit einer Vertrauensperson kann ich bestimmt übers Internet etwas bestellen.

Wie sieht es mit dem Preis aus?

Margit Rainer: Wenn ich im Internet was bestelle und ich krieg es geliefert, dann passt es nicht. Ich muss die Kleidung angreifen, um mir ein Bild davon machen zu können. Im Geschäft kann ich so lange probieren, bis es passt. Im Internet wird viel versprochen – ich weiß es ja nicht, wenn ich es nicht angreifen kann, ob es wirklich für mich passt. Ich war früher Geschäftsfrau, die Ware muss man angreifen können. Ich muss auch die Preise vergleichen können. Außerdem weiß
ich, dass man viel bestellen muss, sonst ist die Zustellung teuer.

Wie ist das mit dem Umtausch?

Margit Rainer: Ich probiere die Kleidung an, dann passt es nicht. Dann muss ich erst wieder das Packerl zur Post bringen und wieder wegschicken. Dann kann ich eh gleich im Geschäft was einkaufen. Ich kaufe lieber „von der Stange“.

Hugo Zötsch: Wenn zum Beispiel die Kleidung nicht passt, dann gehe ich zu meiner Schwester, die ist Schneiderin. Sonst kann man die Sachen zurückschicken. Ich glaube, dass die Artikel im Internet billiger sind. Ich weiß, dass man sogar im Supermarkt ein Essen oder ein Bier bestellen kann. Was soll da nicht passen? Wenn es wirklich nicht passt, dann schicke ich es halt zurück.


Wie ist das mit der Bezahlung?

Margit Rainer: Ich bekomme immer viele Gutscheine geschenkt. Auch in den Zeitungen sind immer Gutscheine. Ich weiß nicht, wie man Gutscheine über eine Internetbestellung einlösen kann. Das mit der Kontonummer hergeben, das traue ich mich nicht. Da gibt es viele Fallen. Da kann sein, dass ich das Geld nicht mehr zurückbekomme.

Hugo Zötsch: Man kann auch mit Erlagschein zahlen. Da brauche ich keine Kontonummer hergeben. Dann gehe ich zur Post und zahle den Erlagschein ein. Oder wenn ich zu jemandem großes Vertrauen habe – eine Bestellung ist ja was sehr Persönliches – dann funktioniert auch das Bezahlen einfach.

Eure Zusammenfassung?

Margit Rainer: Nein, ich gehe ins Geschäft. Ich habe viele Freunde, die für mich einkaufen, wenn ich nicht rausgehen kann. Das Bestellen über Internet ist nichts für mich.

Hugo Zötsch: Ja, ich kenne das eh schon. Zwar nur vom Katalog, aber das Internet ist nichts anderes als ein Buch. Nur kann ich alleine nichts machen, weil ich mit den Augen so schlecht bin. Meine Finger sind es nicht gewohnt, auf einer Tastatur zu tippen. Daher brauche ich Unterstützung von einer Vertrauensperson. Aber Angst vor dem Bestellen über Internet habe ich nicht. Wenn die Fotos groß sind und wenn die Assistenzperson viel Geduld hat, möchte ich das gerne machen.


Text: Margit Rainer und Hugo Zötsch

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